Literarisches Schreiben

Wünschelrute

Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort,
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst du nur das
Zauberwort.

Joseph von Eichendorff

 

Was ist das?

Im literarischen Schreiben steht das Produkt, also der fertige Text im Fokus.
Roman, Kurzgeschichte oder Gedicht entstehen oft mit dem Wunsch einer Veröffentlichung.
Doch nicht immer gehört dies zwingend dazu. Es kann auch der Spaß am Geschichten erzählen selbst und das Eintauchen in fremde Welten und deren Gestaltung sein.
In literarischen Werkstätten geht es darum vor allem um gegenseitiges Feedback („Wie wirkt mein Text auf andere?“) und um die Arbeit am Text („Wie kann mein Text noch besser werden?“).
Zahlreiche Themen bieten sich an: Figurengestaltung, Spannungsaufbau, das sogenannte „Plotten“, Dialoge gestalten, szenisches Erzählen und vieles mehr.
Die Übergänge zum kreativen Schreiben sind fließend: so kann ich mit Methoden des Kreativen Schreibens Inspiration für Texte finden, die ich dann weiter ausgestalten kann, ebenso kann ich Texte, die mit Hilfe des Kreativen Schreibens entstanden sind, bearbeiten und an ihrer Form und Wirkung arbeiten.

»pencil and a dream can take you anywhere«
— Joyce A. Myers

Wie geht das?

Bei der Planung von Geschichten gibt es vor allem zwei große Bereiche: den Plot (also die Handlung inklusive Spannungsaufbau) und die Figuren.
Bei der Entwicklung der Figuren ist zum Beispiel das sogenannte „Soufflierblatt der Figur“ von Elisabeth George (siehe Literaturhinweis) sehr nützlich. Hierbei handelt es sich quasi um einen sehr ausführlichen Steckbrief mit grundlegenden Fragen nach Aussehen, Beruf, Familienhintergrund etc. aber auch Charakterbeschreibungen wie z.B. stärkster Charakterzug, schwächster Charakterzug, der Frage, ob sich die Figur in der Geschichte verändert und weiteren tiefergehenden Fragen.
Dann gibt es unzählige Möglichkeiten, sich der Figur schreibend zu nähern, indem ich z.B. ein Interview mit der Figur führe, ihre Mutter sie beschreiben lasse, Tagebucheinträge für sie verfasse oder der Frage nachgehe, was die Figur in einer bestimmten Situation tut, z.B. wenn sie auf eine Party kommt, auf der sie niemanden kennt.

Ist das was für mich?

Hier ist jeder richtig, der gern schreibt und seinen Erzählstil verbessern möchte oder ein größeres Werk, wie z.B. einen Roman plant.

Kursangebot

  • Worte finden
    am 22.01.2020 - 03.06.2020 in VHS Dortmund: Löwenhof

Weiterlesen

  • George, Elisabeth (2004). Wort für Wort oder Die Kunst, ein gutes Buch zu schreiben. München: Goldmann Verlag.
  • Highsmith, Patricia (1990). Suspence oder Wie man einen Thriller schreibt. Zürich: Diogenes Verlag.
  • Roentgen, Hans Peter (2008). Vier Seiten für ein Halleluja. Ein Schreibratgeber der etwas anderen Art. Fischbachtal: Sieben-Verlag.

Links

Als Besonderheit ist hier der „National Novel Writing Month“ zu nennen, ein Schreibwettbewerb aus den USA, dessen Ziel es ist, durch gemeinsame Motivation und Inspiration in den 30 Tagen des Novembers eine Geschichte von 50.000 Wörtern zu schreiben. 2015 nahmen weltweit 53.828 Schreiber teil.